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Alt 18.02.2009, 00:05
Benutzerbild von Hawkwind
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Registriert seit: 13.10.2008
Ort: Oberhausen
Beiträge: 813
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Standard Wie setzt sich Motoröl zusammen

Motoröl: Die Inhaltsstoffe

Viertaktöle
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Es versteht sich vielleicht ja von selbst, dass ein optimales Öl für
einen Lkw-Dieselmotor sicherlich ganz anders aussieht als eines, das
für einen Sportwagen ausgelegt wurde. Aber selbst ein Öl, das in einem
Sportwagen hervorragende Dienste leistet, kann ungeeignet für ein
Motorrad sein. Es kommt allein darauf an, was genau im Motoröl drin
ist und in welcher Konzentration. Grundsätzlich besteht ein Viertaktöl
zu ca. 75 bis 95% aus Grundöl und zu ca. 5 bis 25% aus einem Gemisch
verschiedenster Additive, dem eigentlichen Leistungspaket. Als
Faustregel kann man sagen: Je höher der Additivanteil im Grundöl,
desto höher die Ölqualität - und leider auch der Preis. Im
Viertaktmotor werden über das "blow by", also einem normalerweise
geringen Anteil der Verbrennungsgase, die während der Verbrennung an
den Kolben vorbei in das Kurbelgehäuse gelangen, mit diesen heißen
Abgasen unverbrannter oder nur teilweise verbrannter Kraftstoff,
Wasser aus dem Verbrennungsprozess, saure und aggressive
Verbrennungsprodukte usw. in das Motoröl eingetragen. Um mit diesen
Verbrennungsprodukten fertig zu werden, müssen Additive dem Grundöl
zugegeben werden.

*Verschleißschutzadditive
Diese Additive legen sich schützend zwischen die Metallgleitpaarungen,
vermeiden so also den Kontakt von Metall zu Metall (Fressverschleiß).
Dabei werden sie zerdrückt und sind irgendwann aufgebraucht, weshalb
auch der Ölwechsel so wichtig ist.

*Antioxidantien
Öl unterliegt als Naturprodukt, einer natürlichen Alterung. Alterung
tritt ein, wenn das Öl mit Luftsauer-stoff reagiert. Die Alterung,
durch die ein Öl mehr und mehr eindickt, ist sehr stark von der
Temperatur abhängig. Das kostet Motorleistung und unnötigen
Kraftstoffverbrauch. übrigens: auch die Zinkdithiophosphate wirken als
Antioxidantien, reichen aber allein nicht aus.

*Detergentien
Detergentien sind "Waschmittel", die den Motor innen sauber halten.
Werden z.B. die Kolben nicht sauber genug gehalten, kann es zu
Ringstecken kommen. Zunächst treten dann "kaltfeste" Kolbenringe auf.
Der Motor hat im kalten Zustand unzureichende Kompression und springt
schlecht an. Im warmen Zustand lösen sich die Ringe aber wieder und
die Kompression ist o.k. Schlimmer wird es, wenn "heißfeste"
Kolbenringe auftreten, die dann auch im heißen Motor nicht mehr
korrekt abdichten. Die heißen Abgase streichen dann fast ungehindert
am Kolbenhemd vorbei und heizen den Kolben so auf, dass es durch die
thermisch verursachte Ausdehnung des Kolbens zum Kolbenfresser kommt.

*Dispergentien
Diese Additive halten die Fremdstoffe im Motoröl in der Schwebe, damit
sie beim nächsten Ölwechsel mit dem Altöl den Motor verlassen. Dabei
ist schwarzes Öl ein Zeichen dafür, dass die Dispergentien einen guten
Job tun. Sauberes Öl beim Ölwechsel ist eher bedenklich, denn wenn die
Fremdstoffe nur unzureichend in Schwebe gehalten werden, kann es zum
gefürchteten Schwarzschlamm kommen. Erfreulicherweise sind Motorräder
davon im Gegensatz zu Pkws so gut wie gar nicht betroffen.

*Fließverbesserer
Diese Zusätze sind besonders wichtig im Einsatz unter strengen
Winterbedingungen. Öle werden dadurch wintertauglicher gemacht. Doch
schützen sie den Motor auch bei einem Kaltstart unter sommerlichen
Temperaturen. Der Motor springt nicht nur besser an, sondern die
Schmierstellen werden auch schneller mit Öl versorgt, wodurch der
Verschleiß weiter reduziert wird, denn Kaltstarts belasten Motoren
bekanntlich überproportional hoch.

*Buntmetallpassivatoren
Buntmetalle wie Ventilschaftabdichtungen aus Messing können durch
diese Additive zusätzlich vor dem Angriff aggressiver Substanzen im Öl
geschützt werden.

*Dichtungsverträglichkeitsverbesserer
Es ist wichtig, die empfindlichen Gummidichtlippen besonders zu
schützen. Es darf weder Quellung oder Aufweichung noch Verhärtung
auftreten. öber gekonnte Additivierung und Grundölkomposition kann man
hier viel zum Schutz der Dichtungen erreichen.

*Schaumdämpfer
Gerade hochdrehende Motoren sollten vor der Bildung von
Oberflächenschaum geschützt sein. Wird Luft oder lufthaltiges Öl
angesaugt, kann es rasch zu einem Zusammenbruch des Schmierfilms
kommen. Gleitlager können dadurch über kurz oder lang zerstört werden.

*Reibwertminderer
Sie können den Leichtlauf verbessern und so helfen, den
Kraftstoffverbrauch geringfügig zu senken oder die Leistung etwas zu
erhöhen. Aber Vorsicht: In Motorrädern mit Nasskupplung können sie zum
berüchtigten Kupplungsrutschen führen. Deshalb werden diese Zusätze
normalerweise nicht in Motorradölen verwendet - jedenfalls sollte es
so sein. Auch in Motorrädern mit Trockenkupplung darf kein
Pkw-Leichtlauföl eingefüllt werden, denn die sind oft so dünn, dass
ernste Probleme die Folge sind.

*Viskositätsindexverbesserer
Ideal wäre ein Öl, das bei jeder Temperatur die gleiche Viskosität
aufweist, doch leider gibt es ein solches Öl nicht.
Viskositätsindexverbesserer helfen, ein Öl ein wenig mehr in diese
Richtung zu bringen. Dies geht aber nur auf Kosten der
Scherstabilität, außerdem neigen Viskositätsindexverbesserer besonders
in grossen Mengen dazu, den Motor gerade an empfindlichen Teilen wie
Kolben und Kolbenringnuten zu verschmutzen. Somit sollten sie gerade
im Motorradöl nur sparsam eingesetzt werden.


Die wichtigsten Grundöle:
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Mineralöle
Mineralöle sind die am längsten bekannten und eingesetzten Grundöle.
Anfänglich wurden reine Mineralöle als Motoröl verwendet. Seit etwas
einem halben Jahrhundert werden Additive zugegeben, wodurch die
Leistungsfähigkeit der Motoröle drastisch gesteigert werden konnte.
Mineralöle sind von Natur Einbereichsöle und relativ einfach und
kostengünstig herzustellen.

Synthetiköle
Wie Mineralöle werden auch Synthetiköle aus Erdöl hergestellt, nur das
Herstellungsverfahren ist aufwendiger und teurer. Synthetiköle bringen
von Natur aus bereits eine Mehrbereichscharakteristik mit, weshalb mit
dem Einsatz von Viskositätsindexverbesserern wesentlich sparsamer
umgegangen werden kann. In der Schmiersicherheit und im
Kaltfließverhalten sind synthetische Öle Mineralölen gleicher
Viskosität deutlich überlegen.

Teilsynthetische Öle
Teilsynthetische Grundöle gibt es nicht, wohl aber fertig
einsatzfähige teilsynthetische Motoröle. Diesen Ölen wurden zur
Verbesserung gewisser Eigenschaften und der Qualität zum mineralischen
Grundöl noch synthetisches Grundöl zugegeben.

Ester
Oft enthalten synthetische Motorenöle auch Komponenten aus der Familie
der Ester als Grundöl. Ester sind außerordentlich teuer, können aber
helfen, ganz gezielt angestrebte Verbesserungen der Eigenschaften
eines Öles zu erreichen.


Zweitaktöle
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Zweitaktöle scheinen wesentlich einfacher aufgebaut als Viertaktöle.
Dieser erste Eindruck hängt damit zusammen, dass Zweitaktöle
eigentlich nur aus ca. 2 bis 6% Additiven und 94 bis 98% Grundöl
bestehen. Bei einem vorgemischten Zweitaktöl kommen da dann noch ca.
20 bis 25% einer Vormischkomponente, üblicherweise einer Art
geruchlosem Kerosin, hinzu.

Die wichtigsten Additive:
Die Auswahl einer geeigneten Additivzusammenstellung spielt auch bei
Zweitaktölen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wie beim Viertaktöl
finden deshalb auch hier aus den bereits oben beschriebenen Gründen
Antioxidantien, Detergentien, Dispergentien und Fließverbesserer
Verwendung. Zusätzlich werden Farbstoffe eingesetzt, um das
Kraftstoff- Ölgemisch zu kennzeichnen. So wird erkennbar, wenn bereits
Öl für den Einsatz im Zweitaktmotor mit Getrenntschmierung zugesetzt
wurde. Die im Viertaktöl eingesetzten Verschleißschutzadditive,
Buntmetallpassivatoren, Schaumdämpfer, Reibwertminderer,
Dichtungsverträglichkeits-Verbesserer und Viskositätsindex-Verbesserer
werden in Zweitaktölen aus verschiedenen Gründen üblicherweise nicht
eingesetzt.

Beim Zweitaktöl spielt die Zusammensetzung des Grundöles eine noch
wichtigere Rolle als beim Viertaktöl. Schon auf dem Vorwege muss
festgelegt werden, wofür das Öl später eingesetzt werden soll. Ist
Renneinsatz gefragt, wird - auf Kosten der Motorsauberkeit - maximale
Schmiersicherheit angestrebt. Steht die Alltagstauglichkeit im
Vordergrund, liegt die höchste Priorität auf der Sauberhaltung des
Motors, denn nur so kann über längere Zeit die Leistungsfähigkeit
eines Motors konserviert werden. Eine ultimative Schmiersicherheit wie
in Rennmotoren ist nicht erforderlich, selbst wenn der Motor bis an
seine Grenzen gefordert wird.

Die wichtigsten Grundöle:
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In Zweitaktölen kommen wie beim Viertaktöl Mineralöle und
teilsynthetische Öle zum Einsatz. Den Synthetikölen kommt in modernen
Zweitaktölen eine besondere Bedeutung zu. Zunehmend wird ein
synthetischer Grundöltyp (Polyisobuthylen/PIB) eingesetzt, der den
leidigen Auspuffqualm der Zweitakter reduziert. Es hat den Vorteil,
fast rückstandsfrei zu verbrennen und ist mittlerweile ein
Basisbaustein aller sogenannten raucharmen Zweitaktöle. Die teuren
Ester werden im Zweitaktbereich z.B. zur Verbesserung der
Motorsauberkeit in kritischen Bereichen oder zur Verbesserung des
Schutzes vor Kolbenklemmern eingesetzt.

Ausschließlich in Zweitaktern kommt Rizinusöl zum Einsatz. Rizinusöl
ist ein pflanzliches Öl mit hervorragenden Schmiereigenschaften, die
teilweise auch heute noch unerreicht sind. Wegen mangelnder
Alterungsstabilität neigen Rizinusöle aber schnell zu Verharzungen und
Rückständen. Daher finden Rizinusöle ausschließlich im Rennsport
Verwendung. Motoren, die mit Rizinusöl betrieben wurden, müssen nach
dem Betrieb gereinigt werden. Im Alltagsbetrieb würden sehr schnell
Betriebsstörungen und Motorschäden auftreten.
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Viele Motoren würden bei der Wahl des richtigen Öles vor allem die
unten genannten Punkte beachten. Dafür gibt es außerordentlich gute
Gründe, die hier zu erläutern jedoch zu weit führen würde. Fakt ist,
dass die spezifischen Eigenschaften eines Motoröles die
Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit eines Triebwerkes nachhaltig
beeinflussen. Leider zeigen sich die Schwächen eines Öles zumeist erst
dann, wenn es schon fast zu spät ist, weshalb es jedem Motorradfahrer
dringend anzuraten ist, bei der Wahl des Öles nicht auf die Mark zu
achten. Da ein kompletter Ölwechsel ohnehin in der Regel nur alle
10.000 Kilometer fällig ist, möge der Einzelne für sich einmal
durchrechnen, wieviel ihm ein kerngesunder Motor wert ist: 30 Mark für
einen Liter Hochleistungsöl oder 10 Mark für ein Billigöl?


Der Viertaktmotor
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Das Öl sollte grundlegende motorische Anforderungen erfüllen (API-
oder ACEA-Spezifikationen)
Das Öl sollte höchste Schmiersicherheit bei thermisch höchsten
Beanspruchungen sicherstellen
Das Öl sollte eine hohe Verdampfungsstabilität aufweisen
Das Öl sollte höchste Scherstabilität aufweisen
Das Öl sollte einen möglichst hohen natürlichen Viskositätsindex
aufweisen
Das Öl sollte nicht zu dünn sein
Das Öl sollte nicht zu dick sein
Das Öl sollte eine gute Kupplungsverträglichkeit aufweisen
Das Öl sollte keine Reibwertminderer enthalten

Der Zweitaktmotor
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*** Alltagsbetrieb
Das Öl sollte grundlegende motorische Anforderungen erfüllen wie die
JASO Spezifikationen
Das Öl sollte hervorragende Motorsauberkeit sicherstellen
Das Öl sollte ausreichende Schmiersicherheit bei thermisch hohen
Beanspruchungen sicherstellen
Das Öl sollte vorgemischt sein


*** Rennbetrieb
Das Öl sollte keine Anforderungen erfüllen wie die JASO
Spezifikationen
Das Öl sollte äußerste Schmiersicherheit bei thermisch höchsten
Beanspruchungen sicherstellen
Das Öl braucht keine besondere Motorsauberkeit sicherzustellen
Das Öl sollte nicht vorgemischt sein



FAQ
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Welche Aufgaben haben Schmierstoffe zu erfüllen?
Sie sollen Reibung und Verschleiß gleitender oder sich drehender
Maschinenteile vermindern und vor Korrosion schützen, sie sollen
außerdem kühlen, konservieren, abdichten, den Motor sauberhalten, den
Verbrauch reduzieren und die Leistung erhöhen.

Was versteht man unter synthetischen Ölen?
Die Moleküle synthetischer Öle werden aus Kohlenwasserstoff oder
anderen Verbindungen künstlich aufgebaut. Ausgangsprodukt ist dabei
üblicherweise Erdöl.

Welche Eigenschaften haben synthetische Öle?
Ein sehr gutes Viskositäts-Temperaturverhalten, d.h. sozusagen eine
eingebaute Mehrbereichscharakteristik. Dadurch lässt sich eine sehr
gute Scherstabilität erreichen. Außerdem sind sie sehrtemperaturfest
und auch bei Kälte sehr schmierfähig.

Was versteht man unter Viskosität?
Sie ist das Maß für die Zähflüssigkeit eines Öles.

Wodurch verändert sich die Viskosität eines Öles?
Durch Temperaturschwankungen (warm = dünnflüssig / kalt =
dickflüssig), aber auch durch Scherung und Kraftstoffeintrag
(dünnflüssig) oder Alterung und Eintrag von Verbrennungsruß
(dickflüssig).

Auf welche Weise kann man Schmieröle besonderen Anforderungen
anpassen?
Durch den Zusatz von Additiven (bis zu 25% bei Hochleistungsölen sind
Additive).

Was bedeutet "SAE" bei der Einteilung der Viskositätsbereiche (z.B.
SAE 15W-40)?
SAE ist die Abkürzung für "Society of Automotive Engineers"
(Vereinigung der Automobilingenieure/USA).

Was bedeutet das Kürzel "HD" bei der Bezeichnung eines Öls?
"Heavy Duty" - für schwerste Beanspruchung (üblich bei
Lkw-Dieselmotorenölen).

Kann man Lkw-Öle in Motorrädern einsetzen?
Die allermeisten nicht. Bestimmte Additive, die ein Lkw-Motor
benötigt, führen in Ottomotoren zu Glühzündungen und so u.U. zu
Motorschäden.

Wodurch wird Motoröl in seiner Leistung beeinträchtigt?
Durch Alter, Staub, Metallabrieb, schlechten Kraftstoff,
Verbrennungsrückstände und Wasser, aber auch durch zu niedrige oder zu
hohe Öltemperaturen.

Welche Viskositätsspannen sind bei modernen Motorradmotoren zu
erwarten?
Etwa 5W-30 bis 20W-50. Aufgrund abnehmender Scherstabilität ist eine
zu große Viskositätsspreizung (z.B. 0W-60) zu vermeiden.

Wie erreicht man Mehrbereichcharakteristik von Motorenölen?
a) Durch Einsatz von Ölen mit hohem natürlichem Viskositätsindex, z.B.
Synthetikölen oder
b) durch Einsatz von Viskositätsindexverbesserern oder
c) durch Kombination von a) und b).

Was sind Viskositätsindexverbesserer?
Sehr große Moleküle, die die Mehrbereichseigenschaften eines Öles bei
hohen Temperaturen verbessern. Nachteile: Sie verlieren durch Scherung
an Wirksamkeit (Öl wird dünner) und führen zu Verschmutzungen,
insbesondere am Kolben.

Kann man Mineralöl und synthetisches Öl mischen?
Ja. Das ist heutzutage problemlos.

Kann ein lange mit Synthetiköl betriebener Motor problemlos auf
Mineralöl umgestellt werden?
Ja. Man darf aber nicht automatisch die gleiche Leistungsfähigkeit des
Öles erwarten, auch nicht vom Additivpaket, das bei synthetischen Ölen
meist leistungsfähiger ausgelegt ist.

Kann ein lange mit Mineralöl betriebener Motor problemlos auf
Synthetiköl umgestellt werden?
Prinzipiell ja, wenn auch Verschleiß nicht rückgängig gemacht werden
kann. Durch die Verwendung von Synthetiköl wird ein solcher Motor
meist deutlich von Verbrennungsrückständen - insbesondere an den
Kolben - gereinigt, was kurzzeitig zu einem höheren Ölverbrauch führen
kann, der sich dann jedoch wieder stabilisiert, sofern der Motor
technisch einwandfrei ist.

Kann es am Öl liegen, wenn ein Zweitakter Öl aus dem stark verkohlten
Auspuff wirft?
Ja. Oftmals ist jedoch eine zu reich dosierte Einstellung der Ölpumpe
verantwortlich, was die Werkstatt überprüfen kann. Gegebenenfalls auf
bessere Ölqualität umsteigen.

Welche Vorteile bringen OW-Öle in Motorrädern?
Keine. OW-Öle sind beispielsweise bei allen japanischen Modellen nicht
zugelassen, da es zu Getriebeverschleiß kommen kann. Außerdem ist bei
Nasskupplungen mit Kupplungsrutschen zu rechnen, da sie zur
Reduzierung des Kraftstoffverbrauches in Pkw-Motoren meistens
Reibwertminderer enthalten.

Kann man ein Motorradöl auch im Pkw-Motor benutzen?
Motorradöl im Automotor: Ja, wenn die vorgeschriebene Spezifikation
stimmt, Pkw-Öl im Motorradmotor: Nicht generell. Motorrad-Öle sind
meist deutlich scherstabiler (wg. Integriertem Getriebe) und thermisch
stabiler ausgelegt, dafür aber weniger für extremen Winterbetrieb
geeignet.

Ist synthetisches Öl ungünstig für Nasskupplungen?
Nein. Lediglich die Verwendung von Pkw-Synthetikölen kann zu
Kupplungs-Problemen führen, da dort oft reibungsmindernde Additive
eingesetzt werden.

Welche Vorteile hat Rizinusöl?
In Zweitaktern hat Rizinusöl die denkbar besten Schmiereigenschaften.
Allerdings ist der Motor oft schon nach einem Rennen verschmutzt und
muss gereinigt werden. Bei Viertaktern wird Rizinusöl nur dann
verwendet, wenn Methanol-Kraftstoff eingesetzt wird (z.B. Speedway).

Muss Rizinusöl in einem höheren Verhältnis gemischt werden als
synthetisches 2-Takt-Rennöl?
Üblicherweise ja (z.B. im Kartsport 16:1).


Bringen Rennöle grundsätzlich eine Leistungssteigerung?
Nicht unbedingt. Rennöle können auch auf maximale Haltbarkeit
ausgelegt sein, z.B. für Endurance-Rennen.

Ist bei hohen Beanspruchungen eines 2-Takt-Motors ein besonderes
Mischungsverhältnis nötig?
Üblicherweise ist das nicht nötig. Im Zweifelsfall kann man aber etwas
mehr Öl beigeben.

Muß qualitativ hochwertiges Öl seltener gewechselt werden?
Eigentlich ja, doch werden die Wechselintervalle von den
Motorenherstellern verbindlich vorgegeben.

Was spricht gegen den Einsatz billigen Öls, wenn man es dafür häufiger
wechselt?
Billiges Öl kann von vornherein überfordert sein und zu Verschleiß und
Verschmutzung führen.

Kann man mit Rennölen eine Steigerung der Oktanzahl erreichen?
Im Zweitaktbereich theoretisch ja, jedoch selbst bei hoher Öldosierung
kaum nennenswert und obendrein verboten.

Braucht ein Motorrad mit separatem Getriebe und Trockenkupplung ein
spezielles Motorradöl?
Aufgrund der besseren thermischen Stabilität ist der Gebrauch eines
synthetischen Motorradöles anzuraten.

Wie hoch darf die Öltemperatur ansteigen?
Die üblicherweise im Ölsumpf gemessenen Temperaturen sind nicht
ausschlaggebend. Die höchsten Temperaturen entstehen am Kolben (1.
Ringnut) und können bis zu 300 Grad Celsius betragen. Wann ein Motor
aufgibt, ist sehr unterschiedlich. Einige vertragen
Ölsumpftemperaturen von 160 Grad Celsius, bei anderen sind 125 Grad
Celsius bereits höchst bedenklich.

Kann man auch andere Viskositäten benutzen als die vorgeschriebenen?
Ja. Die Viskosität allein sagt nichts über die Qualität eines Öles
aus.

Wie hoch liegen typische Metallgehalte in Gebrauchtölen?
Nach 5.000 km findet man bis zu 100 mg/kg Eisengehalt in einem
Gebrauchtöl. Kupfer, Blei und Aluminium z.B. liegen viel niedriger.

Gibt es ein spezielles Öl für Motorrad-Oldtimer?
Faustregel: Moderne Spitzenöle sind für Motorrad-Oldtimer völlig
ungeeignet und können zu Dichtungsunverträglichkeiten führen.
Empfehlung: Dicke Einbereichsöle mit niedriger Additivierung
verwenden.

Wie entstehen Emulsionen in der Kurbelgehäuseentlüftung?
Durch Auskondensieren von Ölnebel und Wasser. Die Emulsionen
verschwinden, wenn der Motor richtig warmgefahren wird bzw. die
Außentemperaturen steigen. Geringe Mengen sind völlig harmlos.

Kann ein Motorrad durch schlechtes oder falsches Öl an Leistung
verlieren?
Ja: 1. durch Verschleiß, 2. durch zu hohe Viskosität (zu dickflüssig),
3. durch mangelnden Kraftschluß an der Nasskupplung (Kupplungsrutschen
durch Pkw-Öl).

Kann man, z.B. auf langen Touren im Ausland, einfach ein anderes Öl
auffüllen?
Im Prinzip ja, idealerweise allerdings ein spezielles, nicht zu dünnes
Motorradöl.

Gibt es Motoren, die nicht mit Synthetikölen betrieben werden sollten?
Ja, nämlich Oldtimer bzw. klassische Motorräder. Außerdem Motoren mit
sehr hoher Laufleistung, die ausschließlich mit Mineralöl betrieben
wurden und schon an erhöhtem Ölverbrauch leiden.

Welche besonderen Eigenschaften sollte ein Getriebeöl haben?
Sein Schmierfilm muss durch geeignete Additivierung besonders
druckfest sein, es darf keinen Schaum bilden, muss Korrosion
verhindern und wärmeableitend sowie gut dichtungsverträglich sein.
Wichtig ist es, immer die Empfehlung des Herstellers zu beachten (z.B.
API GL 4, wenn gefordert).

© by Deutschen Shell AG
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Gruß
Felix
Ich fahr Mopped, weil ich kein Fahrrad hab
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