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  #1  
Alt 10.12.2012, 08:32
Benutzerbild von Azemiops
Kalahari Squid
 
Registriert seit: 22.02.2012
Ort: Nahe Dallas, USA
Motorrad: KTM 1190R & 690R, Triumph 675
Beiträge: 88
Cool Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Da die Rennsport-Saison zu Ende gegangen ist und der Winter langsam anklopft, war es an der Zeit, noch einen kurzen Ausritt durch die Landschaft zu unternehmen. Ich plante für diese Fahrt 10-14 Tage ein, ohne mich dabei ganz rigide festzusetzen. Als Reiseziel machte ich den Suedwesten der USA aus, inklusiv der Bundesstaaten New Mexico, Arizona, Colorado, Utah, und natürlich Texas. Als Höhepunkt sollte es zu Thanksgiving nach Salt Lake City gehen, wo meine Frau gerade beruflich betätigt ist.

Tag 1: Arlington, Texas nach Palo Duro Canyon State Park, Texas (612 km)
Der Westen Texas’ ist leider von flacher Landschaft und schier endloser Monotonie gekennzeichnet, daher war der erste Tag wie erwartet lang und ohne nennenswerte Vorkomnisse. Mein Tagesziel war das landschaftliche Juwel des Pfannenstiels von Texas – dem Palo Duro Canyon. Die Fahrt dorthin war wie erwartet -- lange and ereignislos. Ich machte jeweils nahe den Orten Wichita Falls, Childress, und Tulia halt, und kam nach 7.5 Stunden Fahrt endlich am Palo Duro Canyon an. Zuletzt war ich dort im Sommer 2008 gewesen, und die Landschaft war genauso schön, wie ich sie in Erinnerung hatte -- man nennt den Canyon schließlich nicht umsonst den "Grand Canyon von Texas." Es ist der zweitgrößte Canyon in den USA (ca. 193 km lang), entstanden durch die Wasser Erosion vom Red River. Auf dem Zeltplatz wimmelte es nur so von Waschbären, und einige von ihnen liessen es sich nicht nehmen, die halbe Nacht allen möglichen Unfug bei meinem Zelt anzustellen, was meiner Schlaflosigkeit auch keinen Gefallen tat.



Das rote Gestein ist typisch für den Palo Duro Canyon.




Nachdem ich mein Zelt aufgestellt hatte, ging es mit weniger Gepäck durch den Canyon.


Morgens früh auf dem Weg aus dem Canyon ergaben sich nochmals jede Menge fantastischer Ausblicke.




Tag 2: Palo Duro Canyon State Park, Texas zum Great Sand Dunes National Park, Colorado (620 km)
Am nächsten Morgen ging es früh los nach Norden, über die US-87 durch Texline in den Bundesstaat New Mexico. Auf dem Weg dorthin gewann ich durch das Erreichen der Mountain Time Zone immerhin eine Stunde. Danach ging es über die US-85/I-25 und den Raton Pass (2388 m Höhe) weiter nach Colorado, und durch die östliche Seite der Sangre de Cristo Berge. Wenn die Landschaft in New Mexico im Vergleich zur Monotonie des Pfannenstiels von Texas eine solide Stufe aufwärts ist, dann sind die wunderschönen Berge und Täler außerhalb des Messbereichs. Viele der Straßen schlägeln sich durch die Berge, und laufen fast parallel zu den Bergflüssen in den Tälern. In Walsenburg nahm ich US-160 and fuhr nach Westen, am Lathrop State Park vorbei und über den La Veta Pass in die San Luis Valley und zum Great Sand Dunes National Park.

An diesem Ort sind die höchsten natürlichen Sand Dünen Nordamerikas (bis zu 229 m hoch) zu finden, welche ursprünglich durch Sediment Ablagerungen des Rio Grande Flusses enstanden sind. Es ist ein etwas unheimliches Gefühl in der San Luis Valley in Colorado zu stehen, und die Art von Sand Dünen zu sehen, die man sonst in der Sahara erwarten würde. Die Nacht war sehr kalt, mit Temperaturen bis zu -12° Celsius. An nächsten Morgen war alles mit Eis und Frost bedeckt, inklusiv the C-14, des Zeltes, und sogar einigen Klamotten, die über Nacht im Zelt gewesen waren. Da entschlud ich mich dazu, eine Stunde länger auf die Abfahrt zu warten, in der Hoffnung daß wenigsten etwas Glatteis von den Straßen auftauen würde.


Zurück in die Zukunft -- eine Stunde gewonnen.


Grün oder rot? Welcome to the land of enchantment.


Der Raton Pass zwischen New Mexico und Colorado.




Great Sand Dunes in Colorado -- die Sand Dünen sehen absolut surreal aus.


Nordafrika oder Nordamerika? Sand Dünen in Colorado.


Schwarzbären sind in Colorado keine Seltenheit, und lassen sich ab und an auch mal auf dem Zeltplatz blicken.


Sonnenuntergang über den Sand Dünen.


Die letzten Sonnenstrahlen bevor die nächtliche Kälte eintrifft.


Tag 3: Great Sand Dunes National Park, Colorado nach Arches National Park, Utah (542 km)
Die Temperaturen waren immer noch bei ca. -5° Celsius als es am nächsten Morgen weiter ging. Die Kälte war definitiv eine Herausforderung für meine Schutzbekleidung, und trotzt des Windschutzes der C-14, und des Schutzanzugs mit mehreren Thermo- und Textil-Schichten darunter, guten Winterhandschuhen, Griffwärmer, Gesichtsmaske, und strategisch plazierter Taschenwärmer Handschuhen und Stiefeln schien die kalte Luft teilweise wie ein Messer durch meine Ausrüstung zu schneiden. Ich fuhr bis nach Del Norte, wo ich mich in Boogie’s Restaurant erstmal mit der Hilfe von heißem Kaffee und Armen Rittern auftauen ließ. Anschließend gab die C-14 zu melden, dass die Batterie des FOB fast leer war, und ersetzt werden sollte, weshalb ich mich dann auf eine Bonus Mission begeben durfte, um mitten in den Bergen einen Elektronik Geschäft aufzuspüren. Mir wurde gesagt, dass ich ein solches wohl in Pagosa Springs finden könnte, was sowieso auf meinem Weg lag.

Die Strasse nach Pagosa Springs führte durch den Wolf Creek Pass (Höhe 3309 m) auf dem Continental Divide, was sich als überaus interessant erwies. Sobald ich an dem Ort South Fork vorbei war, war die Landschaft um mich herum komplett im Schnee verdeckt. Wesentlich beunruhigender war jedoch die gelegentliche Präsenz von Glatteis, was im Schatten der Berge oft erst sehr spät zu sehen war. Um der Sache dann noch einen extra Haken zu geben, war die Strecke auch noch recht steil (7-8% Steigung/Gefälle) und kurvenreich, inklusiv einiger sehr engen Sektionen, die das Herz sowohl zum Lachen als auch zum Weinen brachten. Endlich in Pagosa Springs angekommen, konnte ich glücklicherweise neue Batterien für den FOB auftreiben, und fuhr anschliessend weiter nach Durango, und dann nach Utah über die US-491, und nach Norden an Moab vorbei in den Arches National Park. Die Sonne ging hier um kurz nach 17:00 Uhr unter, daher musste ich etwas Gas geben, wenn ich mein Zelt nicht im Dunkeln aufstellen wollte. Die Straßen im Arches waren sehr kurvenreich - schade, dass man den anderen Verkehrsteilnehmern hier weniger trauen konnte. Arches selbst ist wunderschön, mit über 2000 natürlichen Sandstein Bögen, die durch Fin Erosion ausgelöst von Untergrundbewegungen der Salz Betten, auf denen die Sandstein Formation sitzen, enstanden sind.


Sonnenaufgang nach einer kalten Nacht bei den Sand Dünen.


Der C-14 war es scheinbar auch nicht viel wärmer als mir ergangen.


Trotzt der Kälte war es ein landschaftlich wunderschöner Morgen.


Rehwild am Morgen.




Auf dem Weg in den Wolf Creek Pass.


Willkommen in Utah!


Tag 4: Arches National Park, Utah zum Canyonlands National Park, Utah (113 km)
Im Arches National Park gab es jede Menge zu sehen und zu erleben, daher entschied ich mich dazu, den nächsten Tag dort zu verbringen, und dann im Canyonlands National Park -- gerade mal 113 km SW von Arches entfernt -- die Nacht zu verbringen. Nach nur wenigen Photos gab meine Kamera mit leeren Batterien den Geist auf, was bei dieser Kamera eigentlich sehr ungewöhnlich und daher durchaus überraschend war. Anstatt wie ein Eunuch im Harem mit einer toten Kamera im Arches National Park zu sein, machte ich mich auf nach Moab, um meine Batterien wieder aufzuladen. Während die Batterien also in einem Elektroladen reanimiert wurden, testete ich den Derailleur Ale der Moab Brauerei gegenüber. Gegenwehr zwecklos.

Mit vollem Bauch und aufgeladenen Batterien ging es dann wieder rauf auf den Berg nach Arches, wo ich dann mein photographisches Rendezvous zu Ende brachte, und anschließend vollgas in Richtung Canyonlands fuhr. Kurz vor dem Sonnenuntergang kam ich dort an, und hatte gerade noch genug Tageslicht, um mein Zelt aufzustellen. Canyonlands ist einfach eine fantastische Gegend, noch viel mehr als ich es erwartet hatte. Es ist wesentlich rauer und urtümlich als Arches, und fühlt sich auch viel authentischer an. So muß man beispielsweise sämtlichen Proviant (inklusiv Wasser) selbst mitbringen, da es am Zeltplatz nicht einmal fließendes Wasser gibt. Primitive Zeltplätze neigen dazu, die iPhone Mengen eher abzuhalten, so daß man dort durchaus etwas Abgeschiedenheit genießen kann.


Mein Zelt im Arches National Park.


Skyline Arch.


Sand Dune Arch.


Die Sandstein Formationen sind teilweise einfach unglaublich.


Balanced Rock.






The Fiery Inferno.


Tag 5: Canyonlands National Park, Utah nach Salt Lake City, Utah (497 km)
Es war einfach zu kalt, um nachts mehr Stunden als notwendig zu schlafen, daher war ich sehr früh wach, und konnte oft wirklich spektakuläre Sonnenaufgänge beobachten. So auch in Canyonlands, wo die Sonnenstrahlen langsam durch die Schluchten kriechten. Die schiere Größe der Landschaft war unglaublich -- über 1335 km2 Schluchten und Flüße, die in verschiedene Bezirke aufgeteilt sind, von denen einige auschließlich mit Allradantrieb bzw. Enduros zu befahren sind. In vielerlei Hinsicht erinnert Canyonlands an den Grand Canyon, nur ohne die komfortable Infrastrucktur und iPhones am Schluchtrand. Es ist definitiv ein Ort, an den ich gerne noch öfter zurückkommen werde, um die Schluchten beim wandern, klettern, oder per Enduro zu erkunden.

Die anschließende Fahrt nach Salt Lake City war interessant. Es fing eher langweilig mit der nordwestlichen Fahrt über die US-191 und I-70 an, wurde aber direkt nach dem Ort Price wesentlich kurvenreicher. Eine schier unendliche Anzahl von Kurven gab es auf der US-6, US-189, bis zur I-80, und sogar einige Teile der Interstate waren sehr unterhaltsam. Als ich in meine Frau in Salt Lake City traf, grinste ich von einem Ohr zum anderen, was ich natürlich auschließlich mit dem Wiedersehen meiner Liebsten erklärte. An dem Abend gingen wir aus in Downtown Salt Lake City, wo wir weitere lokale Bierprodukte testeten, und einige Geschichten mit anderen Reisenden austauschten.


Ein schier unendliches Meer von Schluchten im Canyonlands National Park.


Sonnenaufgang in Canyonlands.


Der Yeti lebt -- endlich ein Fußabdruck.






Die Straßen am Schluchtrand in Canyonlands waren kurvenreich und einladend.


Blick auf eine der vielen Schluchten.


Bei der Abfahrt von Canyonlands, Richtung Salt Lake City.


Tag 6: Thanksgiving in Salt Lake City (motorradfreier tag)
Viel gutes Essen, gute Gesellschaft, und kein Motorrad fahren.


Tag 7: Bryce Canyon National Park (motorradfreier Tag)
Wir entschloßen uns dazu, am Black Friday (der Tag nach Thanksgiving) zum Wandern in den Bryce Canyon zu fahren, was ein weiterer sehr bekannter National Park in Utah ist. Der Park befindet sich im südwesten des Bundesstaates, nahe des Ortes Panguitch, und beinhaltet über 142 km2 von roten und orangen Steinformationen, die ein spektakuläres Bild abgeben. Das Wetter war perfekt zum Wandern -- sonniger Himmel mit Temperaturen um die 10-12° C. Wir wanderten sowohl den Navajo als auch den Peekaboo Wanderweg, mit einer Strecke von insgesamt knapp 12 km, und um die 600 m Höhenwechsel. Die Landschaft war berauschend, mit fantastischen Sichten um jede Ecke.


Bryce Canyon National Park.


Die Farben der Steinformationen waren (wieder mal) atemberaubend.










Der Wanderweg durch den Bryce Canyon.


Im Canyon selbst.


Tag 8: Salt Lake City, Utah zum Zion National Park, Utah (510 km)
Da die Temperaturen täglich konsistent unter Null waren, entschloß ich mich dazu, die glatten Landstrassen an diesem Morgen zu meiden, und nahm die Interstate für die ersten paar Reisestunden. Südlich von Nephi sprang ich dann auf die US-50 und US-89 bis zur UT-9, die mich direkt in den Zion National Park führte. Diese gewaltige Gegend (591 km2) um den Zion Canyon herum zeigt noch mehr alte Stein formationen, welche durch Sediment Ablagerungen erzeugt wurden, die heraufgehoben wurden und später vom Virgin River geschnitten worden sind. So wie auch Arches, Zion Canyon hat eine sehr entwickelte Infrastruktur, was gleichbedeutend mit einer starken Präsenz von iPhones am Schluchtrand war. Ich zeltete dort für die Nacht, und fuhr früh am nächsten Morgen los, um ein paar Perspektiven photographisch festzuhalten. Einige der letzten Herbstfarben waren noch präsent, and haben für ein ganzes Spektrum von Naturfarben gesorgt. Hier gab es ausserdem eine Gruppe von aufgeregten abe runachtsamen asiatischen Touristen, von denen mir gleich mehrere fast vor das Motorrad liefen. Mit viel Selbstbeherrschung entkam ich der Versuchung, dieselben über die nächste Klippe zu werfen.


Bei der Abfahrt von Salt Lake City.




Weiter geht es Richtung Zion.




Der Zeltplatz am Zion Canyon.

Tag 9: Zion National Park, Utah zum Grand Canyon National Park, Arizona (404 km)
Dies hatte eigentlich ein einfacher und kurzer Tag werden sollen, aber da ich an dem Morgen noch viel Zeit im Zion National Park verbrachte, wurde es dann doch noch ein Wettlauf mit der Zeit. Ich nahm hauptsächlich die US-89 nach Osten und dann südlich nach Arizona, westlich von Lake Powell, Utah, und nördlich der Stadt Page, Arizona. Ein Großteil der Strecke war zu geradeaus für meinen Geschmack, aber es fehlte ganz einfach an Alternativen, um an den Grand Canyon zu kommen. Ich bin dann an den Canyon von der Südseite gekommen, via Desert View. Von da waren es dann nochmal 40 km am Schluchtrand entlang bis zum Zeltplatz bei der Canyon Village.

Aufgrund der niedrigen Nachttemperaturen (-8° C) war der Zeltplatz entsprechend leer, was mich nicht davon abhielt, bei Schrittgeschwindigkeit beinahe mit einem adulten Wapiti zusammenzustoßen. Scheinbar war ich so darauf konzentriert, einen guten Platz zum Zelten zu erwischen, daß ich den riesigen Hirsch vor mir nicht registrierte. Vorfahrt: Hirsch! Ich stellte mein Zelt auf, fuhr zum Laden, und deckte mich mit Feuerholz, Imitationskrabben, und merkwürdigen Biersorten ein. Der Status des Grand Canyon – es ist eine World Heritage site und wird oft als eines der sieben Naturwunder angesehen – ist immer sofort offensichtlich: Ich hatte sogar 3G Empfang dort. Ich habe am Grand Canyon vor Jahren schon einige relativ extensive Wanderungen zum Abgrund und zum Colorado River hinter mir, was ich unbedingt als "Bucket List" Punkt empfehlen kann. Es ist nicht nur eine Herausforderung (besonders im Sommer!), sondern aufgrund der immensen Aussichten auch fast schon ein gesitliche Erfahrung.


Die letzten Herbstfarben im Zion Canyon.


Der weeping rock.


Rot, grün, gelb, weiss - die Naturfarben des Bryce Canyon.








Willkommen in Arizona!


Auf dem Weg zum Grand Canyon.


Der Grand Canyon.






Ein Wapiti am Zeltplatz. Diese Hirsche bestehen auf ihre Vorfahrt!


Tag 10: Grand Canyon National Park, Arizona nach Montrose, Colorado (615 km)
Wenn ich der Logik gefolgt wäre, dann wäre ich jetzt wohl sicherlich nach Osten gefahren, Richtung New Mexico und West Texas. Aber mein Herz schlug anderweilig, und schon befand ich mich auf dem Weg nach Norden, zum Black Canyon of the Gunnison in Colorado. Ich nahm die US-160, und hier wurde die Sache wieder höchst interessant, sobald ich an Cortez, Colorado vorbei fuhr. Ich musste die San Juan Berge (Teil der Rocky Mountains) durch den Lizard Head Pass (Höhe 3116 m) überqueren, was eine weitere entzückende Erfahrung darstellte. Schnee und Eis auf beiden Seiten bedeutete, dass mein Fokus ganz konzentriert dem Asphalt galt, wo ich stets nach Glatteis Ausschau hielt.

Ich hatte in Montrose, Colorado einen Couchsurfing Gastgeber gefunden, und verbrachte dort die Nacht bei einer professionellen Quilterin, wo ich so einiges über den Herstellungsprozess von Quilts lernen konnte. Zusammen mit einer warmen Malzeit, Dusche, und einem komfortablen Bett war es eine wohlverdiente Nacht.


Vorsicht Puma!




Zurück in Colorado!


Ein reines Winter-Paradies.




Tag 11: Montrose, Colorado nach Trinidad Lake, Colorado (455 km)
Es ging früh los, und ich verbrachte den Morgen am südlichen Schluchtrand des Black Canyon, welcher zu dem Zeitpunkt komplett desolat war. Diese Schlucht umringt den Gunnison river, und ist insgesamt 77 km lang. Sie hat auch einige wahnsinnig steile Abhänge - wesentlich steiler als die des Grand Canyons, zum Beispiel - was für einige wirklich erstaunliche Aussichten sorgt. Hallo Acrophobia! Die Strasse am Schluchtrand war sehr kurvenreich, und hätte bestimmt eine riesigen Spass gemacht, wenn es nicht um den ganzen Schnee und Eis gewesen wäre.

My ursprünglicher Plan sah es vor, am heutigen Tag bis nach New Mexico zu fahren, um dann am Sugarite Canyon State Park nahe Raton, New Mexico zu zelten. Allerdings machte mir das immer schnell schwindende Tageslicht einen Strich durch die Rechnung, und so entschloß ich mich dazu, stattdessen im Trinidad Lake State Park nahe Trinidad, Colorado zu übernachten. Die Strecke führte duch einen weiteren Berg Pass, Monarch Pass (Höhe 3448 m) am Continental Divide. Der Pass war die übliche Kombination von aufregend und beängstigend mit Eis und Schnee an den Strassen, und 7% Neigung/Steigung. Trinidad lake war ganz leer, und wieder einmal genoß ich etwas Abgeschiedenheit. Die einzige Ausnahme stellte ein Kojote dar, der plötzlich zu rufen anfing, als er innerhalb von wenigen Metern von meinem Zelt entfernt war. Wäre es nicht so kalt gewesen, dann wäre ich wohl aufgestanden um ihn auszuschimpfen. Aber es war einfach zu kalt um sich zu bewegen, und daher flüsterte ich stattdessen frierend Obszönitäten.


Black Canyon nahe Montrose, Colorado.




Die Schlucht war unheimlich steil und tief.






Auf dem Weg nach Süden.

Tag 12: Trinidad Lake, Colorado nach Arlington, Texas (965 km)
Auf nach Hause! Ich bin an dem Morgen schon um 5:30 aufgestanden, habe alles eingepackt, und war dann um 6:30 schon auf dem Weg nach Süden. Die Strecke führte mich wieder durch den Raton Pass über den Santa Fe Pfad nach New Mexico, und dann via US-87 zurück in die unendliche Monotonie des Pfannenstiels von Texas. Ab Amarillo war es dann eine brutale, stundenlange Geradeausfahrt über die US-287. Ich hielt nur zum Tanken an, und kam in der Dallas-Ft. Worth Region genau rechtzeitig zum Berufsverkehr an. Ich kam fast genau 11 Stunden nach der Abfahrt in Trinidad Lake, Colorado zu Hause an. Die Tour hat insgesamt 12 Tage gedauert, und knapp über 5600 km umfasst.


Abfahrt von Trinidad Lake, Colorado.


Vorsicht Bären!
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  #2  
Alt 10.12.2012, 11:08
Benutzerbild von uwanbe
Scout
 
Registriert seit: 07.01.2011
Ort: Berlin Pankow
Motorrad: Suzuki Volusia 800
Beiträge: 961
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

...dem Dank von Marion für die schönen Bilder kann ich mich nur anschließen. Meine Frau und ich waren 1994 mit dem Wohnmobil im Südwesten der Staaten unterwegs und natürlich auch im Grand Canyon. Als ich die Bilder sah konnte ich ein wehmütiges " hm " nicht unterdrücken. Diese weitläufige Landschaft ist schon irre und dabei waren wir nur ca 4000 km unterwegs.
Geplant ist es wieder...
Gruß Uwe
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Gruß Uwe
"Beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen."
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  #3  
Alt 10.12.2012, 16:48
Jürgen
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Danke für den Bericht und die schönen Fotos ....
so wie bei dir Tag 11 sieht es momentan bei uns aus
aber nicht mehr lange, wir arbeiten dran ...

Gruß Jürgen
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  #4  
Alt 10.12.2012, 20:07
Benutzerbild von Dirki123
Summer Rider
 
Registriert seit: 07.12.2012
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Beiträge: 7
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Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Also das ist wohl das Geilste, was ich je als Erlebnisbericht eines Bikers erfahren habe. Genial- ich bin beeindruckt...
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  #5  
Alt 10.12.2012, 21:50
Benutzerbild von tobi-tj
Let the good times roll
 
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Beiträge: 1.031
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Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

wow! falls die anderen noch nichts besseres vorhaben schlage ich die Tour als Forumstreffen 2014 vor...
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The Power of Dreams
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  #6  
Alt 15.12.2012, 23:40
Benutzerbild von nokyhighland
Fahranfänger
 
Registriert seit: 15.02.2012
Ort: Soest
Motorrad: Honda NC700s
Beiträge: 2.027
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Interessant zu lesender Text, beeindruckende Fotos! So muss ein Reisebericht sein! Danke für dir gute Unterhaltung!
__________________
Nur die Hatten kommen innen Gatten!!
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  #7  
Alt 18.12.2012, 11:05
Benutzerbild von Sebastian
Rennleitung
 
Registriert seit: 29.08.2007
Motorrad: Yamaha
Beiträge: 993
Sebastian eine Nachricht über ICQ schicken
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Wahnsinns Bilder die du uns da präsentierst. Ich hab hier wirklich mit offenem Mund deine Bilder angesehen. Überragend schöne Landschaften die sich dir aufgetan haben. Ich hoffe du kannst noch lange gedanklich von diesem Trip zehren!
__________________
Die Hand zum Gruß heb*
Sebastian
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  #8  
Alt 21.01.2013, 17:03
Sozius
 
Registriert seit: 21.01.2013
Beiträge: 5
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Danke für die vielen schönen Bilder! So eine Tour wäre auch der absolute Traum für mich!
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  #9  
Alt 30.01.2013, 10:23
Sozius
 
Registriert seit: 30.01.2013
Beiträge: 5
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Wahnsinnstour. Ich werden im Sommer auch in die Staaten fliegen. Habe mich hier inspieren lassen und werde New York besuchen. Motorrad wird auch gefahren aber eher ausserhalb der Stadt. CT soll ja sehr schön.
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  #10  
Alt 30.01.2013, 12:52
Benutzerbild von PanFriend
Panner
 
Registriert seit: 26.12.2012
Ort: Südöstl. Münsterland
Motorrad: Yamaha FJR 1300
Beiträge: 532
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Woah, was für eine Tour. Das ist ja wirklich ein Traum.

Danke für den super Bericht. Und natürlich die Fotos. Einfach Wahnsinn.
__________________
gued goahn! - www.mtce.tk
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  #11  
Alt 31.01.2013, 16:52
Benutzerbild von Livia
Sozius
 
Registriert seit: 08.11.2012
Ort: Havelland
Motorrad: Gladius
Beiträge: 14
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Oh was für ein schöner Bericht und atemberaubende Bilder! Das macht echt Lust auf Urlaub ;-)
Meine bisherigen USA Urlaube waren ohne Bike, aber das soll sich schnellstens ändern.
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  #12  
Alt 01.02.2013, 08:46
Benutzerbild von PanFriend
Panner
 
Registriert seit: 26.12.2012
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Motorrad: Yamaha FJR 1300
Beiträge: 532
Standard AW: Eine Spritztour durch den Südwesten der USA

Zitat:
Zitat von Livia Beitrag anzeigen
...
Meine bisherigen USA Urlaube waren ohne Bike, aber das soll sich schnellstens ändern.
Genau so isses!
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